Thomas Kriegisch

Thomas Kriegisch (Foto: © 2018 Wolfgang Weßling)
Thomas Kriegisch (Foto: © 2018 Wolfgang Weßling)

 

Thomas Kriegisch
*1956 in Osnabrück
lebt und arbeitet in Lage
Email: sternberg1956@web.de

Nach seinem Volontariat bei der Neuen Osnabrücker Zeitung, wo er anschließend mehrere Jahre als Feuilleton-Redakteur arbeitete, und einem Studium der Kunstwissenschaften kam Thomas Kriegisch im Februar 1987 zu den Grafschafter Nachrichten (GN). Hier machte er sich als langjähriger Lokalredakteur und Leiter der Kulturredaktion sowie mit zahlreichen Katalog- und Projektpublikationen zu Kunst und Kultur einen Namen. Heute leitet er den Newsdesk der GN. Thomas Kriegisch wurde für seine journalistische Arbeit 1995 in Berlin mit einem Konrad Adenauer-Preis, dem „Oscar“ des deutschen Lokaljournalismus, ausgezeichnet.

In der Grafschaft Bentheim hat Thomas Kriegisch viele kulturelle Akzente gesetzt und Spuren hinterlassen. Neben seiner Tätigkeit als Kunstkritiker und Berichterstatter lokaler Kulturgeschichte engagierte er sich als Initiator oder wichtiger publizistischer Wegbegleiter für das Kulturzentrum Alte Weberei, das Stadt- und Textilmuseum, die Städtische Galerie Nordhorn, den Skulpturenweg (heute „kunstwegen“) oder das Otto Pankok-Museum in Gildehaus. Dank seiner Initiative konnte Ende der 1980er-Jahre auf dem internationalen Kunstmarkt ein Gemälde von Burg Bentheim des niederländischen Landschaftsmalers Jacob van Ruisdael (1628 – 1682) für den Landkreis Grafschaft Bentheim gesichert werden. Als Buchautor hat er sich auf die Spuren von Erich Maria Remarque (1898 – 1970) begeben, die der Autor des Antikriegsromans „Nichts Neues im Westen“ mit dem Folgeroman „Der Weg zurück“ in der Grafschaft Bentheim hinterlassen hat. Remarque war nach dem Ersten Weltkrieg eine kurze Zeit als Lehrer in Lohne tätig.

Thomas Kriegisch ist aber nicht nur Redakteur und Publizist, sondern auch Bühnenautor und Komponist. Mit großem Erfolg: Über 10.000 Zuschauer sahen das Musical „Goodbye Klein-Amerika“, das 1999 zur Eröffnung der Alten Weberei eine umjubelte Premiere feierte. Erzählt wurde die Geschichte der Nordhorner Textilindustrie. 2002 folgte „Crash“, das sich schon früh mit den Gefahren des Internets auseinandersetzte. 2013 kam „Yva“ auf die Bühne. Im Mittelpunkt steht die gleichnamige Fotografin, die in den 1920er-/1930er-Jahren Karriere als Modefotografin in Berlin machte und die Lehrmeisterin Helmut Newtons war. Thomas Kriegisch erzählt von Aufstieg und Fall einer emanzipierten Frau, die als Jüdin unter dem Druck der Nazis ihr Studio verkaufen muss und im KZ ermordet wird. Das Wagnis, auf unterhaltsame Weise einen sehr ernsten Stoff zu erzählen, gelingt. Das Publikum zeigt sich begeistert.

Auch für die kommenden Jahre hat sich Thomas Kriegisch einiges vorgenommen. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Alten Weberei in Nordhorn wird es im 2019 eine Neuinszenierung von „Goodbye Klein-Amerika“ geben. 2020 folgt dann eine Fortsetzung des Musicals, die den gelungenen Strukturwandel der Stadt Nordhorn nach dem Zusammenbruch der Textilindustrie zum unterhaltsamen Inhalt hat. Mit den Musicals setzt Kriegisch der Region und den Menschen ein Denkmal.

(Text: Andreas Meistermann)