Richard Baumeister

Richard Baumeister (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)
Richard Baumeister (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)

Richard Baumeister
*1942 in Münster
lebt und arbeitet in Getelo
Kontakt: Dille 2, 49843 Getelo

Wo kommt der Impuls her, künstlerisch tätig zu werden? Darauf gibt es die unterschiedlichsten Antworten. Für den in Getelo lebenden Richard Baumeister ist es die Kriegserfahrung. 1942 geboren, erlebte er als Kleinkind in Münster noch bewusst das Ende des Zweiten Weltkrieges mit all seinen Schrecken. Aus dieser Erfahrung heraus hat er früh einen intensiven Blick auf das Leben und dessen Vergänglichkeit gewonnen. Dank der Förderung durch die Eltern und einen Onkel, die in unterschiedlichster Weise (als Architekt, Musiker oder Bildhauer) kreativ tätig waren, konnte Richard Baumeister sich schon in jungen Jahren künstlerisch mit seinen Erfahrungen auseinandersetzen.

Nach einer Ausbildung als Dekorateur in der Modebranche besuchte er die Werkkunst-Schule Münster, die von der Bauhaus-Kultur der 1920er und 1930er Jahre geprägt war. Als Lehrer waren viele Exilanten tätig, die vor der Herrschaft des Nationalsozialismus fliehen mussten. Von ihnen erhielt er Einblicke in die künstlerische Moderne. Im Mittelpunkt stand die angewandte Kunst. Zu damaliger Zeit gab es viele Aufträge vom Staat, öffentliche Plätze mit Kunstwerken zu gestalten.

Richard Baumeister, der auf der Werkkunst-Schule viel handwerkliches Wissen erwarb, entschied sich aber nicht für eine künstlerische Karriere, sondern begann eine Lehrer-Ausbildung mit den Fächern Kunstgeschichte und Philosophie. Gleichzeitig studierte er Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Entgegen dem allgemeinen Trend zur Abstraktion beschäftigte er sich mit dem figürlichen Arbeiten. Anatomische Kenntnisse und das Akt-Zeichnen gehörten zum Studieninhalt.

Ein intensives künstlerisches Arbeiten begann für Richard Baumeister, der als Lehrer zunächst am Gymnasium Nordhorn und danach am Gymnasium Neuenhaus tätig war, aber erst nach seiner Pensionierung. Endlich hatte er Zeit, an aufwändigen Figuren insbesondere aus Holz zu arbeiten. In seinem Werk finden sich Einflüsse von Rodin und der Kunst des Barock. Motive sind vor allem der Mensch in Zeit und Raum. Was ihn interessiert, sind die Aspekte der zeitlichen Begrenztheit, der Unschärfe, der Flüchtigkeit und der Bewegung. Inspirationsquelle sind Eindrücke aus dem normalen Alltag,  hinter denen viele Fragen und wesentliche Momente des Lebens verborgen sind.

Mit seinen Werken war Richard Baumeister unter anderem im Atelier Sägemühle, im Rahmen der Reihe Kunst im Kreishaus und im Kunstverein Grafschaft Bentheim zu sehen.

(Text: Andreas Meistermann)