Martin Schröer


Martin Schröer

*1935 in Semarang (Java)
lebt und arbeitet in Getelo
Telefon: 05942/1015

 

Zu den Urgesteinen der Grafschafter Kulturszene gehört der Maler und Bildhauer Martin Schröer. 1935 auf der indonesischen Insel Java geboren hatte Martin Schröer hat schon von Kindesbeinen an eine große Leidenschaft für das klassische Zeichnen, und das unter Bedingungen, die sich heute kaum noch jemand vorstellen kann. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit groß geworden, war es für ihn gar nicht leicht, seiner Leidenschaft für die Kunst nachzugehen. Es herrschte Materialmangel auch im Bereich Papier und anderer Künstlerutensilien. Überall musste er sich auf die Suche begeben und es klingt heute schon sehr skurril, wenn er erzählt, dass er sich aus den Haaren seiner Schwester die Borsten für seinen ersten Pinsel angefertigt hat.

Unvorstellbar war vor diesem Hintergrund, allein von der Kunst leben zu wollen. Nach dem vorzeitigen Abgang vom Gymnasium in Osnabrück machte er eine Ausbildung zum Schaufenster-Dekorateur und Plakatmaler. Aufgrund des großen Lehrermangels ergab sich dann die Möglichkeit, auch ohne Abitur ein Studium an der Pädagogischen Hochschule zu beginnen. Nach dem Abschluss führte ihn der Weg in den beschaulichen Ort Egge in der Niedergrafschaft. Hier arbeitete er als Lehrer für Musik, Kunst, Werken und Sport an der Volksschule. Später war er auch als Lehrer in Uelsen tätig.

In der Grafschaft Bentheim knüpfte er über die Jahre Kontakte zu Künstlern wie Erich Begalke, Werner Diener, Dr. Walter Oppel und Gille W. Kuhr, die maßgeblich an der Gründung der Künstlerinitiative Gildehauser Werkstatt (heute: Atelier Sägemühle) beteiligt waren.  Mit der Unterstützung durch Peter Wirtz von der Volkshochschule gelang es, eigene Räumlichkeiten in der ehemaligen Sägemühle in Nordhorn zu bekommen. Von 2000 bis 2017 war Martin Schröer Vorsitzender und prägte mit vielen Ausstellungen, Projekten und Kursen die Gildehauser Werkstatt.

Auch im hohen Alter ist Martin Schröer noch künstlerisch aktiv. Davon zeugt unter anderem sein äußerst liebevoll gestalteter Garten im Ort Getelo, in dem er schon viele Jahre lebt und seine Heimat gefunden hat. Hier stößt der Betrachter auf eine Vielzahl von Bronzeskulpturen, überwiegend Frauenkörper, die von der großen künstlerischen Handwerkskunst Schröers als Bildhauer zeugen.

(Text: Andreas Meistermann)