Inge Kleinschmidt

Inge Kleinschmidt (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)
Inge Kleinschmidt (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)


Inge Kleinschmidt

* 1954 in Döhren/Weser
lebt und arbeitet in Nordhorn
Website: www.inge-kleinschmidt.de

 

Die Grafschaft Bentheim hat sich in den letzten Jahren zu einem Landkreis der Autoren entwickelt. Seit 2011 ist mit Inge Kleinschmidt eine weitere literarische Stimme zu hören. In diesem Jahr veröffentlichte sie ihren Erstlingsroman „Frauenschuh“.  Wie sie selber sagt, hat sie sich schon in früher Kindheit für die Geschichten der Menschen auf dem Land interessiert. Erste Eindrücke sammelte sie in dem beschaulichen Örtchen Döhren/Weser, in dem sie auf einem kleinbäuerlichen Hof aufgewachsen ist. Über die Jahre hat sie sich zu einer sorgfältigen Beobachterin des Alltags und der Menschen um sie herum entwickelt.

Davon zeugen ihre Romane „Frauenschuh“, „Tochter dazwischen“ und die Kurzgeschichte „Das Hemd“, die im Rahmen der Geschichtensammlung „Grafschafter Geschichten“ erschienen ist. Der Roman „Frauenschuh“ handelt davon, wie die Liebe unfriedlich in eine scheinbar harmonische Zweierbeziehung eindringt und die geordneten Verhältnisse auf den Kopf stellt.  Eine der zentralen Fragen des Buches von Inge Kleinschmidt lautet: Ist es tatsächlich möglich, zwei Menschen gleichzeitig und mit derselben Intensität zu lieben?

Das Thema Beziehung spielt auch eine große Rolle im zweiten Roman „Tochter dazwischen.“ Erzählt wird von Catrin, die sich nach ihrer Scheidung wieder eine Beziehung mit einem Mann wünscht. Und wie durch ein Wunder kommt es recht schnell zu einem Treffen mit einem alten Bekannten, mit dem sie sich eine gemeinsame Liebe vorstellen kann. Doch dann klingelt das Telefon und die Nachricht vom Sterben eines Elternteils verlangt der Heldin des Romans einiges ab. Sie beschäftigt sich damit, wie sich eine neue Beziehung und der Tod eines Elternteils miteinander vertragen können.

Viel früher zurück in die Geschichte einer ihrer Figuren geht Inge Kleinschmidt mit der Geschichte „Das Hemd“. Im Mittelpunkt steht Helga, die in den 1950er Jahren die in ihrer Stadt auftretenden Leierkastenspieler, Gaukler und Clowns bewundert. Sie träumt davon, irgendwann als Clown aufzutreten.  Eine erste Gelegenheit dazu bietet der Rosenmontag, an dem die ganze Stadt auf den Beinen ist.  Die Faszination für das Verkleiden bleibt.

(Text: Andreas Meistermann)