Dieter Hansmann

Dieter Hansmann (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)
Dieter Hansmann (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)

Dieter Hansmann
*1955 in Einbeck
lebt und arbeitet in Nordhorn
Website: http://www.dieter-hansmann.de/

 

Das Mare Crisium, zu Deutsch Meer der Krisen, Meer der Gefahren, ist ein Meer des Erdmondes im Crisium-Becken, nordöstlich des Mare Tranquillitatis. Es befindet sich weit im Osten der Vollmondscheibe. Eine der Besonderheiten ist, dass sich im Mare Crisium drei künstliche Objekte bewegen, unter anderem die sowjetische Sonde Luna 15, die noch vor den Astronauten 11 Mondgestein zur Erde bringen sollte und beim Landeanflug am 21. Juli 1969 – während des ersten Mondspaziergangs der Amerikaner – wahrscheinlich gegen einen Berg prallte und verloren ging. Aber was hat das mit dem Nordhorner Künstler Dieter Hansmann zu tun, der hier kurz vorgestellt werden soll? An einem Mauerwerk an der Ecke Seeuferstraße/Morsstiege in Nordhorn befindet sich eine marmorne Tafel, auf der der Schriftzug „Mare Crisium“ verzeichnet ist . Daneben gibt es noch weitere Tafeln, die auf andere Mondmeere wie das „Mare tranquilatis“ verweisen, und eine weitere, die auf die Elemente wie Sonne, Erde und Mond verweist. Diese Tafeln gehören zu einer großen Betonplastik, die als Lärmschutzwall dient und als Kunst nur bei näherer Betrachtung zu erkennen ist. Blattgold hat hier ebenso Verwendung gefunden wie Backsteine, die an die architektonische Richtung des Backstein-Expressionismus verweisen, und Sandstein, der daran erinnert, dass die Grafschaft Bentheim ein wichtiges Abbaugebiet für diese Gesteinsart war. Geschaffen wurde die Betonplastik von Dieter Hansmann und Harald Balke.

Dieter Hansmann hat aber auch noch viele weitere sichtbare Spuren seiner Kunst in Nordhorn und der Grafschaft Bentheim hinterlassen. Dazu gehören die sieben Holzstelen für das anonyme Gräberfeld auf dem Südfriedhof, die Installation „Über die Sonne“ im Nordhorner Marienkrankenhaus und das Marientor, eine Großskulptur aus Beton, Blattgold und Marienfigur am Wallfahrtsweg nach Wietmarschen.

In seinem Werk fühlt sich Dieter Hansmann der Tradition der Abstraktion verpflichtet, da sie die Möglichkeit einer freieren Interpretation bietet und die Kluft zwischen eigener Wahrnehmung und Realität schärft. Es geht darum, eine vermeintliche Objektivität und Wahrheit in Frage zu stellen.

(Text: Andreas Meistermann)