Anke Baumeister

Anke Baumeister (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)
Anke Baumeister (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)

 

 

Anke Baumeister
*1949 in Duisburg
lebt und arbeitet in Getelo
Mehr unter: www.ankebaumeister.de

 

Eine große Liebe für die Natur hat die Künstlerin Anke Baumeister. So war es für sie nach dem Abschluss ihres Lehramtsstudiums für die Fächer Kunst und Sport auch ein logischer Schritt, aufs Land zu ziehen. 1975 entschied sich die gebürtige Duisburgerin für einen Umzug aus der Stadt in das Dorf Getelo in der Niedergrafschaft. Hier faszinierte sie der offene Blick in die weite Landschaft. Nach ersten künstlerischen Inspirationen durch die Klassiker der Moderne begab sich Anke Baumeister auf die Suche nach einer eigenen künstlerischen Handschrift. Malerisch und zeichnerisch setzte sie sich mit der von ihr erlebten Natur auseinander. „Ich beobachtete das Zusammenspiel von Himmel und Erde, später die Strukturen, die ich in verschiedenen Erscheinungsformen der Natur wie Gras, Steine und Blätter erkannte“, schreibt Anke Baumeister in Notizen zu ihren Arbeiten.

Für ihre Arbeiten, die unter anderem im Atelier Sägemühle, im Konzert- und Theatersaal und im Kreishaus zu sehen waren, entwickelte sie eine besondere Form, die sie folgt schildert: „Auf der Suche nach einer bildnerischen Umsetzung entwickelte ich die Tätigkeit eines Schreibens. Die Rhythmen, Ordnungen und Bewegungen, die ich visuell wahrnahm, spiegelten sich in den Bewegungen meiner Hand über das Blatt Papier.“

Bei ihren Motiven stehen die kleinen, stillen Ereignisse, die feinen Unterschiede zwischen scheinbar gleichbleibenden Erscheinungen im Fokus. Ihre Entscheidung für die Motivwahl erklärt sie so: „Die großen Ereignisse, sie sind laut und schnell, die kleinen aber zeigen uns, dass wir leben, so wie wir unseren Puls fühlen können. Dies alles ist nicht nur Rhythmus, Struktur, es ist die Zeit, dieses unfaßbare Phänomen, das schon geschehen ist, wenn wir es zu erkennen meinen, das wir aber nie richtig erkennen können.“

Neben Zeichnungen kamen bei Anke Baumeister in den letzten Jahren verstärkt auch Papierobjekte dazu. Von der Zweidimensionalität des Papiers geht es hin zur Dreidimensionalität des Raums. Anke Baumeister hat dazu Folgendes geschrieben: „Ich versuche der Natur noch näher zu kommen, in dem ich meine Objekte in sie einbette und sie korrespondieren lasse mit dem Wind, den Blättern und dem Gras. Jedes Teil der Papierobjekte kann ein Zeichen sein für einen Tag, eine Stunde, all die Dinge, die einem im Leben wiederkehren und einmalig in unserem Dasein sind.“

(Text: Andreas Meistermann)